Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
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28. Koblenzer AIDS-Covid-Hepatitis-Forum

Veranstaltung lud zu komplexen Themen ein

Mehr als 200 Teilnehmende informierten sich Ende September vor Ort und online über die neuesten Erkenntnisse zur Infektionsprävention. Sie erfuhren Interessantes über Impfquoten, die Wirksamkeit eines neuen AIDS-Medikaments und Fortschritte bei der Bekämpfung viraler Hepatitis. „Geschlechtliche Vielfalt und Identität" war das Thema einer Podiumsdiskussion. Betroffene machten deutlich, dass im Gesundheitswesen noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten ist, um allen Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung und Identität vorurteilsfrei und respektvoll begegnen zu können. Das international beachtete Forum wird jährlich vom Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein, Kemperhof, und der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz veranstaltet.

In seinem Eröffnungsvortrag stellte Dr. med. Ansgar Rieke eine Studie vor, die große Hoffnung im Kampf gegen HIV macht: Junge Frauen im Hochinzidenzland Südafrika erhielten zwei Mal im Jahr das Medikament Lenacapavir, das sich als hochwirksames Mittel zur HIV-Prävention entpuppte – keine der Frauen hatte sich im Beobachtungszeitraum infiziert.

Anschließend berichtete Dr. med. Sven Schellberg über sexuelle Lebenswelten, die ihm in seiner Schwerpunktpraxis in Berlin begegnen. Mit teils überraschenden Einblicken verdeutlichte er, dass auch in der Allgemeinmedizin auf sexuelle Gesundheit zu achten ist.

Dr. med. Katja Römer schilderte Entwicklungen bei viraler Hepatitis, die heute sehr gut behandelbar ist und bis 2030 eliminiert sein soll. Prof. Dr. med. Christof Schenkel-Häger gab anschließend einen Überblick über Impfungen. Er stellte fest, dass diese nach wie vor die mit Abstand wirksamste Maßnahme zur Infektionsbekämpfung sind. Überrascht nahmen viele zur Kenntnis, dass die Impfquote in den ostdeutschen Bundesländern wesentlich besser ist als in den westlichen.

Mehr Kompetenz im Umgang mit Transmenschen

Am Nachmittag ging es um „Geschlechtliche Vielfalt und Identität“ und mehr entsprechende Kompetenz im Gesundheitswesen. Nach Anmerkungen von Dipl. Psych. Bernhard Breuer und Dr. med. Jenny Bischof folgte eine anregende Podiumsdiskussion mit der Transfrau Sami Theisen und dem Transmann Noah Dürr. Sie berichteten von ihren Erfahrungen in ärztlichen Praxen, wo sie häufig auf Unwissenheit, Vorurteile und Unsicherheit im Umgang stoßen.  

Zur Pressemitteilung des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein

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