Was die Arbeitswelt bewegt – Betriebliches Gesundheitsmanagement im Wandel
So, wie sich die Arbeitswelt verändert hat, haben sich auch die Anforderungen an die Gesundheitsförderung für Beschäftigte im Laufe der Zeit gewandelt. Neue gesundheitliche Risikofaktoren sind entstanden, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer körperlich und psychisch belasten. Unternehmen müssen auf diese Veränderungen reagieren, um zukunftsfähig zu bleiben. Die LZG widmet sich dem Thema seit Beginn der 2000er Jahre. Werden anfangs Postkarten mit Gesundheitstipps für den Arbeitsplatz verteilt, stehen heute Homeoffice, Transformationsprozesse und Klimaschutz auf dem Programm digitaler Fortbildungen zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM).
Das 2015 verabschiedete Präventionsgesetz hebt die Stärkung der Gesundheitsförderung im Setting Arbeitswelt besonders hervor. In der Folge richten sich die Angebote der LZG vorrangig an Gesundheitsverantwortliche in kleinen und kleinsten Unternehmen, die im Flächenland Rheinland-Pfalz einen Großteil der Betriebe ausmachen. Für sie ist ein Betriebliches Gesundheitsmanagement aus Kapazitätsgründen oft nur schwer umzusetzen. Gleichzeitig stellen gesunde Beschäftigte gerade für kleine Unternehmen eine wichtige Ressource dar. Wichtig ist auch: Betriebe mit gesundheitsförderlichen Arbeitsbedingungen sind attraktiv für Fachkräfte und stärken so die Regionen des Landes.
Ein Netzwerk von Kompetenzen
2017 wird vom damaligen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie gemeinsam mit der LZG das landesweite BGM-Netzwerk Rheinland-Pfalz ins Leben gerufen. Sein stetes Wachstum beweist, dass sich das gestiegene gesellschaftliche Bewusstsein für Gesundheit auch immer mehr in Unternehmen niederschlägt. Mittlerweile haben sich rund 50 regionale und kommunale Netzwerkpartner zusammengeschlossen, tauschen Fachwissen, praktische Erfahrungen und aktuelle Informationen aus und suchen in Ideenwerkstätten nach innovativen Ansätzen für die Gesundheitsförderung ihrer Beschäftigten. Entstanden ist daraus zum Beispiel ein Schulungskonzept für Bewegungsbegleiterinnen und -begleiter im Betrieb, das modellhaft erprobt wurde. Sie können das Bewegungsverhalten der Belegschaft analysieren und Bewegungspausen, Bewegungswettbewerbe oder „bewegte“ Besprechungen initiieren.

©Dennis Möbus
Im Zentrum von Fachtagen und Fortbildungen des BGM-Netzwerks stehen zunächst klassische Themen, wie ausgewogene Ernährung, Bewegungsförderung am Arbeitsplatz, Umgang mit psychischen Belastungen und Work-Life-Balance. Die Corona-Pandemie richtet das Augenmerk neu aus: Die Chancen und Risiken von Digitalisierung, agilem Arbeiten und Homeoffice stehen jetzt im Vordergrund.

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Die LZG-Telefonfortbildungen – beliebte, niedrigschwellige Informationsangebote zur Gesundheit in der Arbeitswelt – greifen drängende Fragen auf: Wie erstelle ich ein Hygienekonzept im Betrieb? Wie sorge ich für ein gesundes Zusammenspiel von Arbeit und Freizeit im Homeoffice? Oder: Wie können wir kollektive Krisenerfahrungen verarbeiten und Chancen im Arbeitsalltag nutzen?

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BGM in der Transformation
Um die aktuellen Bedarfe von Unternehmen aufzugreifen, die die Digitalisierung von Arbeitsprozessen und die Auswirkungen des Klimawandels mit sich bringen, wird 2023 mit Unterstützung des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz das Projekt BGM in der Transformation aufgesetzt. Es unterstützt Unternehmen dabei, auf den rasanten Wandel in der Arbeitswelt mit einem angepassten Betrieblichen Gesundheitsmanagement zu reagieren. Dabei wird die Digitalisierung zur Methode im BGM erhoben: Gesundheitsverantwortliche erhalten in Methodenseminaren das Handwerkszeug zur Herstellung von Online-Schulungen, Videos, Podcasts und ähnlichen Formaten, die zur digitalen Verbreitung von Gesundheitswissen im Unternehmen geeignet sind.

Ganz analog ist die LZG noch mit einem Ausstellungsangebot unterwegs: Die bunt illustrierte große PlakatwandGesund durch den Arbeitstag zeigt die zahlreichen Facetten des modernen Arbeitsschutzes. Sie kann bei der LZG ausgeliehen werden und dient zum Beispiel dazu, Veranstaltungen zum BGM als Eyecatcher zu unterstützen.