Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
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Wer sich bewegt, gewinnt! Gute Ideen für mehr Bewegung im Alltag

Bewegung hält gesund und sie tut immer gut – das ist die Botschaft der LZG. Es gehört zu den wichtigsten Zielen der Gesundheitsförderung, mehr Sport und Alltagsbewegung ins Leben der Menschen zu bringen und damit Krankheiten vorzubeugen. Gerade in einer älter werdenden Gesellschaft ist Bewegung wichtig, um die Mobilität und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten. Aus einer Kampagne der LZG zur Bewegungsförderung im öffentlichen Raum ist eine Erfolgsstory geworden, die bis heute anhält.

Komm, schwitz mit mir!

In großem Stil widmet sich die LZG dem Thema im Jahr 2005, als sie gemeinsam mit Partnern die Kampagne „Die Bewegung“ startet. Mit Postern und T-Shirts, Aufklebern und Plakataktionen wirbt sie landesweit dafür, sich einen Ruck zu geben und aktiv zu werden.

      

Die Kampagne strebt vor allem einen Imagewandel an. Sie betont den Spaß an der Bewegung und soll eine positive Einstellung erreichen – weg von der Vorstellung, dass Bewegung anstrengend, aufwändig und zeitraubend sein muss. Bewegung, so die Botschaft, lässt sich problemlos in jeden Alltag integrieren. Man muss nicht gleich einen Marathon laufen: Einfach sich selbst bewegen statt sich bewegen zu lassen, ist die Devise. Die Treppe anstelle des Aufzugs nehmen, Rolltreppen links liegen lassen, Fahrrad fahren, statt sich ins Auto zu setzen oder eine Bushaltestelle früher aussteigen und den Rest zu Fuß laufen – die Tipps der Bewegungskampagne sind naheliegend und wirkungsvoll. Und sie werden mit einer gehörigen Portion Humor und Kreativität unter die Leute gebracht.

Öffentlicher Auftakt ist eine Veranstaltung im Mainzer Bruchwegstadion mit 100 Mainz 05-Fans und viel Prominenz. Für die LZG am Start: Die damalige Gesundheitsministerin Malu Dreyer und Trainerlegende Jürgen Klopp. Bekleidet mit T-Shirts, die neben der Aufforderung „Komm schwitz mit mir!“ auch die dazu passenden Schweißflecken tragen, signieren sie Kampagnen-Poster. Aufkleber für Treppenstufen fordern „Nimm mich!“ und finden in der Folge ihren Platz in Treppenhäusern im ganzen Land. Die Kampagne mit den doppeldeutigen Botschaften sorgt für Aufmerksamkeit und kommt gut an.

Die neu entwickelte Internetseite www.diebewegung.de gibt Tipps für eigene Aktivtäten und weist auf vielfältige Informations- und Bewegungsangebote der Kampagnenpartner und anderer Anbieter hin. Ziel ist, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie leicht man gesünder leben kann und wie sich simple Verhaltensänderungen auf die Gesundheit auswirken.

Kopfüber ins Vergnügen!

Ein Jahr später tourt die Kampagne mit einem Stepper durchs Land. Bei der Step-Mitmach-Aktion können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem Wettbewerb testen, wie oft sie in dreißig Sekunden eine Treppe ersteigen können. Der Fitnesstest findet bei allen Altersgruppen großen Anklang. Viele Jahre ist der Stepper auf Veranstaltungen und Gesundheitstagen im Einsatz, begleitet von Fachvorträgen und Informationsmaterialien. Auch ein Glücksrad dient als Ideengeber und Anreiz für mehr Bewegung.

Mit Großveranstaltungen versucht die LZG, Jung und Alt zu erreichen. Ein Aktionstag unter dem Motto „Kopfüber ins Vergnügen“ lockt im März 2006 rund 1000 Gäste ins Mainzer Taubertsbergbad, wenige Monate später folgt ein ebenso erfolgreicher Aktionstag im Mombacher Freibad. Unter dem Motto „Swimming Ball – Swinging Pool“ lädt die LZG zu einem Mitmach-Programm ein, das von allen Generationen begeistert angenommen wird.

Gemeinsame Aktionen mit der Kreisverwaltung Mainz-Bingen zielen auf Kita- und Schulkinder. Mit den bunten Flyern „Fit wie ein Turnschuh“ und „1000 Füße für die Umwelt“ wird bei Eltern dafür geworben, ihre Kinder zu Fuß in den Kindergarten und die Schule zu schicken. Zehn gute Gründe werden vorgebracht – sie waren damals so aktuell wie heute. Ein Aktivitätsheft ermuntert Schulkinder, ihren Schulweg zu erkunden und dafür Punkte zu sammeln.

Tanz mit mir in den Morgen!

Seit 2009 nimmt die LZG vor allem die ältere Generation in den Blick. „Alter bewegt – Bewegung belebt“ lautet das Motto, mit dem die LZG und die LandesArbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung Saarland (LAGS) das neugegründete Zentrum für Bewegungsförderung Rheinland-Pfalz und Saarland vorstellen. Unterstützt im Rahmen des Nationalen Aktionsplans In Form – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung soll es attraktive Bewegungsangebote insbesondere im Alltag von Seniorinnen und Senioren schaffen. Angeregt werden zum Beispiel öffentliche Bewegungsparcours für ältere Menschen – eine Idee, die ursprünglich aus China kommt. Hunderte von öffentlich zugänglichen Freiluftangeboten, wie Trimm-Dich-Pfade, Bolzplätze, Tischtennisplatten usw., werden in der Folge zusammengetragen und in einer Bewegungslandkarte auf der LZG-Homepage dargestellt.

Ein herausragendes Element der länderübergreifenden Zusammenarbeit ist die Bewegungsoperette „Tanz mit mir in den Morgen!“. Sie wird vom rheinland-pfälzischen Sozialministerium gefördert und 2009 in Mainz uraufgeführt und aufgenommen. Die DVD wird zusammen mit einem Begleitheft an 1000 Senioreneinrichtungen versandt. Das Stück verbindet Alltagsbewegungen mit beschwingten Evergreens, die die ältere Generation aus ihrer Jugend kennt. Es animiert zum Tanzen und Singen, zum Theater- und Rollenspiel. Die Operette wird in zehn Senioreneinrichtungen mit großem Erfolg aufgeführt.

Wer rastet, der rostet

Ein Bewegungsspiel, das Aktivität mit Unterhaltung verbindet, bringt weiteren Schwung in die Altenarbeit. Das Motto lautet „Wer rastet, der rostet!“. Wer will das schon? Das Spiel wird 2010 vom Sportwissenschaftlichen Institut der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz konzipiert und besteht aus einem bunten Glücksrad mit Spielkarten für unterschiedliche Bewegungsaufgaben sowie seniorengerechten Spielgeräten, die auch durch Alltagsgegenstände ersetzt werden können. Kurzfortbildungen schulen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Seniorenheimen zum fachgerechten Einsatz des Spiels.

       

Die wissenschaftliche Evaluation zeigt deutlich, wie viel körperliche Aktivität ausmacht: Nach sechs Wochen regelmäßiger Bewegung sind die teilnehmenden Seniorinnen und Senioren signifikant beweglicher, können das Gleichgewicht besser halten, haben mehr Kraft und eine bessere Reaktionsfähigkeit.

Beworben und begleitet wird das Projekt mit Postern, Plakaten und einem Flyer mit Informationen zu mehr Alltagsbewegung im Alter. Weitere Angebote wie Qigong, Rollator-Tanzen und eine Broschüre zur Sturzprophylaxe kommen dazu.

Ich bewege mich – mir geht es gut!

Die Entwicklung von dauerhaften und nachhaltigen Bewegungsangeboten im öffentlichen Raum – das ist schließlich 2014 die Idee der Bewegungskampagne „Ich bewege mich – mir geht es gut!“, die die LZG noch heute mit großem Erfolg durchführt. Die Kampagne vernetzt engagierte Personen und Institutionen miteinander und unterstützt sie dabei, Bewegungsangebote an öffentlich zugänglichen Plätzen zu schaffen. Ehrenamtliche Bewegungsbegleiterinnen und Bewegungsbegleiter werden darin geschult, die niedrigschwelligen Angebote zu konzipieren und durchzuführen. Bewegungstrolleys mit Materialien für Übungen unterschiedlichster Art unterstützen diese Arbeit.

©Dennis Möbus

Ob Boule im Schulhof, Qigong vor dem Feuerwehrhaus, gemeinsame Morgengymnastik im Freien oder Rollator-Spaziergänge – die Angebote sind vielfältig und finden großen Zuspruch. Auch hier wird vor allem die Freude an Bewegung betont: Bewegung an der frischen Luft ist nicht nur gesund, sondern macht Spaß, sorgt für gute Laune und trägt zum Erhalt von Mobilität und Selbstständigkeit bei. Durch die sozialen Kontakte in der Gruppe wird nebenbei der Vereinsamung älterer Menschen entgegengewirkt.

2020 ging die Projektförderung vom damaligen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz, das die Kampagne initiiert hatte, an das GKV-Bündnis für Gesundheit über. Die Kampagne ist eine Erfolgsstory: Seit ihrem Start wurden in ca. 30 Schulungen über 600 ehrenamtliche Bewegungsbegleiterinnen und -begleiter gemeinsam mit dem Rheinhessischen Turnerbund, dem Turnverband Mittelrhein und dem Pfälzer Turnerbund ausgebildet. Sie sind verantwortlich für aktuell rund 135 Bewegungsangebote im öffentlichen Raum in ganz Rheinland-Pfalz – an denen im Übrigen auch jüngere Menschen teilnehmen können.

Und die LZG bewegt sich weiter…

Die neue interaktive Bewegungslandkarte auf der Homepage der LZG macht seit 2023 die vielfältigen Angebote der Bewegungsbegleiterinnen und -begleiter in Rheinland-Pfalz leicht auffindbar. Alle, die Lust auf Bewegung haben, erhalten hier per Postleizahlen- und Umkreissuche einen schnellen Überblick über bestehende Gruppen. Mit weiteren Schulungen und neuen Partnerschaften sorgt die LZG dafür, dass das Angebot der Kampagne kontinuierlich wächst.

Fotos: ©LZG-Archiv, wenn nicht anders erwähnt

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